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Werner Kühl

Ein Syker Maler
1906 – 1944

Werner Kühl wurde am 06. März 1906 im “Forsthaus Heide” bei Hameln geboren. Er hatte einen jüngeren Bruder und eine ältere Schwester. Nachdem sein Vater 1912 verstarb, heiratete seine Mutter erneut und die Familie zog nach Syke, wo er von da an lebte und arbeitete.

Seine Malerlehre (1921-1924) bei dem einheimischen Malermeister Paul Brinkmann schloss er 1924 mit der Gesellenprüfung ab. Er begann sein Studium an der Kunstgewerbeschule Bremen. Seine Lehrer waren Paul Perks, Willi Menz und Alphons Maria Frieling.

Perks schlug Kühl 1927, nach dessen erfolgtem Abschluss, für die Stelle des Leiters der Dekorationsmalerklasse der Handwerker- Kunstgewerbeschule vor. Wegen seines jugendlichen Alters wurde daraus nichts.

Schon während seiner Hochschulzeit war er Mitglied des Bremer Künstlerbundes, welcher die Wahrung der Interessen der Künstler in Bremen und Umgebung übernahm. Durch diesen Bund sollten vor allen Dingen die für die Verkäufe und Arbeiten so wichtigen Ausstellungen durchgeführt werden. Mitglied konnte normalerweise nur werden, wer die Bildende Kunst als Beruf ausübte.

Parallel zum Studium an der Hochschule entwickelte sich sein Talent zur Landschaftsdarstellung in Aquarelltechnik und Öl. In seinen Bildern kommt seine positive Grundeinstellung gegenüber dem Leben und der Natur zum Ausdruck. Er versuchte, seine Gefühle der Natur gegenüber und den inneren Kern dieser Natur selbst auf die Leinwand zu bannen. Als Vorlage für seine Landschaftsdarstellungen dienten ihm Syke und Umgebung, aber auch Bremen mit seinen Hafenanlagen sowie die Küsten.

Durch Exkursionen mit seinen Kommilitonen nach Süd- und Mitteldeutschland entstanden vielleicht die in Farbe und Form intensivsten und modernsten Arbeiten. Davon zeugen zahlreiche seiner frühen Aquarelle.

Direkt nach dem Ende seines Studiums etablierte er sich mit einem kleinen Malergeschäft im elterlichen Haus. Es folgten Auftragsarbeiten in seinem erlernten Fachgebiet – der Dekorationsmalerei. Er malte bereits 1928 mit seinem Kollegen Heinrich Hoyer das Bühnenbild zum Syker Faschingsfest. In den 1930er Jahren benötigte man sein Können zur Neuausmalung der Ornamente der Heiligenfelder Kirche.

Sein Leben begrenzte sich auf einen engen regionalen wie kulturellen Radius. Der Öl- und vor allem der Aquarellmalerei blieb er in seinem zeichnerisch und farblich expressiven, gegenständlichen Stil treu. In einem Ölbild von 1932 deutet sich eine andere Malweise an. Eine Landschaft aus begrenzten, fast geometrischen Farbflächen entstand. Unverkennbar beeinflusst vom Kubismus blieb sie jedoch ohne nachhaltige Wirkung.

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wurde er mit einer Kunstszene konfrontiert, die der neuen Linie angepasst wurde. Wer mit seinen Werken weiterhin an die Öffentlichkeit wollte, dem blieb nichts anderes übrig, als sich auf das nun herrschende Leitbild in der Kunst einzustellen. Dies fiel ihm wahrscheinlich nicht schwer, da er in seinen Werken die gegenständliche Welt nie verlassen und bereits 1930 zu einem eher impressionistischen Malstil gefunden hatte. Auch diese späteren Bilder bestechen durch das Können des Künstlers.

Werner Kühl starb kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, am 23. Juli 1944 in Grodnow/ Polen. Er war zweifellos ein überaus fleißiger und von seiner Passion beflügelter Maler und Zeichner. Seine freie künstlerische Gestaltungszeit umfasste nur etwa fünfzehn Jahre (1925-1939) und trotzdem hinterließ er seiner Nachwelt ca. 400 Arbeiten.

Selbstbildnis vor Industrielandschaft (Aquarell 48 x 39 cm)

Selbstbildnis (Öl auf Leinwand 44 x 32 cm)

Kunstgewerbeschule Bremen ca. 1925/26 (Werner Kühl, rechts vorne)

Atelier am Hachedamm 13 in Syke Werner Kühl, Anf. 1930er Jahre